Tagesarchiv: 6. April 2012

Sonntag: Paris – Roubaix

Übermorgen ist das wichtigste Eintagesradrennnen des Jahres.

Also jedenfalls wenn man die Blogs und Radwebseiten der letzten Tage so liest und den ganzen Trubel um Paris-Roubaix mitbekommt. Im Vergleich dazu wird über die Bahnrad WM in Melburn recht wenig berichtet.  Ich möchte zu beidem nicht beitragen, schon gar nicht zu der viel diskutierten Frage, wer das Rennen gewinnen wird.

Manchmal gibt es aber doch sehr interssante “Nerd Artikel” die ich faszinierend finde. Das besondere an Paris Roubaix ist, das Teile der Strecke über sehr schlecht Kopfsteingepflasterte Wege führen. Genauer gesagt sind es 51,5 km der Gesamtstrecke von 257,5 km. Kopfsteinpflaster ist nicht gleich Kopfsteinpflaster, es gibt Stücke die sind richtig mies und es gibt welche die sind gemein und mies. Das Stück kurz vor Roubaix hat nett gekämmte, glatte Pflasterseine auf denen die Namen der Gewinner vergangener Tage eingemeiselt sind. Wie fies die Stücke sind kann man auf Inner Ring nachlesen. Ich persönlich hasse Kopfsteinpflaster und käme im Leben nicht auf die Idee an einem Amateur Paris-Roubaix teilzunehmen. Erstens bin ich einmal ein supersteifes Vervelo Soloist S1 gefahren, daß mir jegwelche Freunde an Bodenunebenheiten genommen hat. Das war so hart, daß es sich anfühlte als wenn man von einer Nadel in den Hintern gestochen wurde, wenn man sich auf den Sattel schwingt  und der Reifen auf einem Steinchen steht. Und zweitens haben wir von diesem Kopfsteinpflasterzeug genug in Bremen, vor allem im Viertel.

Außerdem verändert sich da Kopfsteinpflaster auf der Rennstrecke ständig. Bauern, die genug davon haben auf ihren Traktoren elendig durchgeschüttelt zu werden kippen Erde auf die Strecke um weiteren bandscheibenvorfällen zu entkommen. Die “Freunde von Paris-Roubaix” und andere Soziopathen hingegen graben jahr für Jahr Stücke des Pflasters wieder aus und machen die Rillen zwischen den Steinen in Fahrtrichtung mit spitzen Gegenständen tiefer.

Eine sehr genaue Analyse des aktuellen Kopfsteinpflasterzusatndes findet sich auf Podium Cafe. Mit Bildern des Pflasters jedes einzelnen Abschnittes. Ein Traum für Freunde des Kopfsteinpflasters.

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Bottecchia Sprinter 1991 RH56 for sale

Ace of Base. Lisa Stanfield. Tic Tac Toe. Falco. Das waren die Neunziger. Sie waren Neongelb.

Genauso gelb und lila wie dieses Bottecchia Printer Rennrad von 1991. Ich hatte es vor ein paar Wochen gekauft, in einem guten, aber ungepflegtem Zustand von einem netten Belgier, nennen wir ihn hier einmal “Fritteken”. Fritteken verkaufte mir also sein Bottecchia und ich machte mich daran es zu restaurieren.

Zunächst einmal habe ich das ganze Rad komplett auseinandergenommen. Quasi bis auf die letzte Schraube, aber dabei gab es leider auch ein paar Schwierigkeiten: Das Tretlager läuft zwar sehr leicht und gut, ist aber mittlerweile untrennbar mit dem Rahmen verwachsen. Und der linke Rahmenschalthebel von Suntour, sinnigerweise mit einer Plastikkappe zum drehen, läßt sich ebenfalls und auch unter mithilfe von WD40 nicht mehr vom Rahmen trennen. Das der Rest des Rades überwiegend mit Shimano 105 ausgestattet ist, die komplette Schaltungsgruppe aber von Suntour Blaze ist, hatte ich mit dem Gedanken gespielt diese zu entfernen und durch Shimano 105 Teile zu ersetzen. Diese elendige Plastikkappe machte mir einen Strich durch die Rechnung.

Ich arbeitete mich langsam durch das ganze Rad. Felgen und Naben waren noch gut in Schuß und die Lager wurden neu gefettet. Ebenso der Steuersatz. Alle Verschleißteile, wie Bremsbeläge, Züge, Hüllen, Kette, Lenkerband, Endkappen, Schläuche, Felgenband und Endkappen wurden komplett ersetzt. Nur die Reifen habe ich draufgelassen, weil mir diese noch gut erhalten schienen.

Einige der Orginalkomponenten habe ich dann doch ersetzt: Die Maillardpedale hatten Spiel im Lager und ich war mir nicht sicher, wie lange die noch halten würden. Also habe ich Pedale von TK besorgt. Und die Bremshebel von Modolo (entweder Mach Eins oder America) waren einfach gruselig. Einen Satz Shimano 105 Aero Hebel hatte ich noch irgendwo zuhause in meiner “Magic Box”. Zusammen mit dem gelochten Fizik Lenkerband sieht das Cockpit nun wieder aus wie abgeschleckt.

Um dem ganzen Rad etwas Indvidualität zu veleihen, hatte ich die Aussparungen in der Sattelstütze farblich passend lila angemalt.Zudem ist eine der Kettenblattschrauben in Gold, das hat sich im Laufe der Zeit als Markenzeichen für die Räder die ich aufgebaut habe entwickelt.

Um das ganze möglichst günstig und stilecht zu halten, habe ich aus gelbem Elektroisolierband einen Kettenstrebenschutz zurechtgeschnitten, ednn hier gab es doch einige Abplatzungen auf dem Lack. Und zu guter letzt hatte ich mir über das Forum noch einen Selle San Maraco Rolls Sattel ergattert. Der kam gestern an und heute habe ich alles zusammengebaut, eingestellt und fertig.

Ich muß sagen, ich mag die Arbeit an diesen mittelklassigen Rädern sehr. Die meisten Komponenten bekommt man relativ billiug, und wenn mal etwas falsch läuft und verbogen oder unbrauchbar wird, dann ist das nicht so tragisch. Man muß die Farbe des Bottecchia sicherlich mögen, aber technisch ist es sonst astrein und es fährt sich harmonisch, stimmig und leise.

Heute bei schönstem Sonnenschein war ich damit im Viertel unterwegs. Es ist mir natürlich mit Rahmengröße 56 zu klein. Wer es aber haben möchte: €275 VB.

Komponenten

Laufräder Wolber GTX2 mit Shimano 105 Naben und Specialized  Drahtreifen 700C x 20

Bremsen Shimano 105 Aero Bremsheben, Bremskörper

Schaltung Suntour Blaze komplett 2 x 6 Gang Umstellbar Friktion/Index

Lenker Cosmos Italia

Steuerkopflager Miche

Sattel Selle San Marco Rolls schwarz strukturiert

Tretlager und Kurbel Shimano 105

Pedalen Halten

Bremsbeläge, Brems- und Schaltzüge und Hüllen, Kette, Felgenband, Schläuche, Endhülsen, Endkappen, Fizik Lenkerband perforiert alles neu.

Die Geschichte dieses Rads steht HIER, HIER und HIER und HIER und HIER.

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